Dorfgemeinschaft Ruppertsgrün e.V.

Vereinsgründung

Aktivitäten

Aufbau des Begrüßungsschildes Mit auf dem Bild  unser Holzschnitzer Hans Dietel. 

Zu unserer besten Erinnerung

Alte Blechgarage am Dorfweiher entfernen, und Terrasse anlegen

Ruhebänke für unsere Wanderer

Waage- und Feuerwehrhauschen reparieren und Holzdachrinnen anbringen

Schwanenhaus gebaut

Holzzaun am Schwanenteich bauen

Frühschoppen beim Rausch in Ruppertsgrün

       

 

Artenhilfsmaßnahmen für die Moorspirken im Fichtelgebirge

Moorspirke

- pinus mugo ssp. rotundata-

 

Moorspirke = Kiefernart, eng verwandt mit der Latsche

ein Eiszeitrelikt; in Oberfranken als gefährdete Pflanzenart eingestuft

 

Merkmale und Abgrenzung zur Waldkiefer:

Waldkiefer

Rinde: sich in Streifen ablösende Spiegelrinde, oberwärts rötlich-braun

Krone: schirmförmig

Zapfen: pyramidenförmig  Spirke:

Rinde: gleichmäßig graubraune, mehr an Fichte erinnernde Rinde

Nadeln: Lücken in der Benadelung, die dort bleiben, wo zuvor die männlichen Blüten  

             standen, ein sog. Schachtelhalmwuchs

Krone: pyramidenförmig aufsteigend

Zapfen: asymmetrisch, haselnussbraune Zapfenfärbung und stachelige Fortsätze

Profil:            

  • sehr lichtbedürftig
  • langsamwüchsig (bis max. 20m hoch)
  • konkurrenzschwach / verjüngt sich nur sehr schwer
  • sehr verbissempfindlich gegen Rehwild
  • auf Extremstandorten beschränkt, heute nur noch zu finden auf Hoch- und Übergangsmooren, die zu nass und zu sauer sind für andere Baumarten
  • enge Wasseramplitude: zu trocken (Þ wird verdrängt) Û zu nass mag sie auch nicht

 

 

Verbreitung:

  • Schwerpunkt Südbayern (Alpen – Alpenvorland)
  • nur wenige Restvorkommen in Nordbayern: Fichtelgebirge / Weiden – Pressath
  • 15 Fundpunkte im Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge
  • größtes Vorkommen im Fichtelgebirge: Torf-, See-, und Hüttenlohe /FOA Fichtelberg
  • Einzelvorkommen im Fichtelgebirge  mit mehr als 20 Exemplaren laut einer Diplomarbeit von Rupert Geiger (Bayreuth 1994):
    • Torfmoorhölle Süd und Nord
    • Torfstich südwestlich Voitsumra
    • Ruppertsgrün
    • östlich Waldstein
    • Meierhof
    • östlich Schneeberggipfel
    • Geisterloch Grubbach
    • Hagenhaus bei Arzberg und weitere Standorte mit wenigen Spirken

 

Maßnahmen zur Erhaltung der Spirke:

·         Erhaltung der letzen Hoch- und Übergangsmoore mit Torfkörpern und Torfstichen

·         Schutz vor Austrocknung, nach Möglichkeit Wiedervernässen

·         Verminderung des Konkurrenzdruckes – Freistellen der lichtbedürftigen Spirken

 

Lebensraum der Spirken in Ruppertsgrün :

·         Torfstich südlich Ruppertsgrün : ein ca. 5,6 ha großer Feuchtwald mit Hochmoor, Zwischenmoor und randlichen Nasswiesen sowie Röhricht und lichter Fichtenaltbestand mit Schwarzbeeren; Privatwald mit mehreren Eigentümern

·         auf einem etwa 1,5 ha großen, trockenen Torfrestkörper mit bis zu 3 Meter Stärke stocken lt. Geiger noch 90 Spirken, Alter bis ca. 85 Jahre, u.U. auch vereinzelte Jungspirken in lichten Beständen

·         etliche der Spirken sind durch den Konkurrenzdruck von Fichte, Waldkiefer und Moorbirke bereits abgestorben

·         die Torfstiche mit den deutlichen Stichkanten sind stark verwachsen

·         neben der Moorspirke, 79 Pflanzenarten, u.a. geschützte Arten wie Moosbeere, Arnika und Waldläusekraut

 

Vorbereitung von Artenhilfsmaßnahmen im November 2002 in Zusammenarbeit mit :

·         Teile der Ruppertsgrüner Bevölkerung mit dem Ortssprecher Herrn Reichel

·         Mitgliedern des Gartenbau- und Fichtelgebirgsvereines

·         Herr Keilholz und Herr Clauss, Forstamt Weißenstadt

·         Herr Kreipe, Fachberater für Gartenbau im Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge und Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge e.V.

·         Frau Frohmader-Heubeck, Naturpark Fichtelgebirge e.V., zuständig für Landschaftspflegemaßnahmen im Landkreis Wunsiedel i. Fgb.

 

  Öko-Preis 2004  

  

 

 

 

Feuchtbiotop  Nr. X 45837-30.1

Beschreibung          Torfstich südlich Ruppertsgrün

 

Torfkörper des einstigen Spirkenmoores weitgehend abgebaut, nur im Nordwestensind oberhalb von 1,5-2m hohen Torfstichkanten noch kleinere Torfkörper vorhanden, die jedoch ausgetrocknet sind. Auf dem Torf sind noch Spirken-Restbestände zu finden, jedoch ohne Verjüngung. Diese besteht aus Fichten, Kiefernund Moorbirken, die die Spirkenreste nach und nach verdrängen werden.Im äußersten Nordwesten wird an einer Stichwand heute noch Torf gestochen.Die alte Abbausohle trägt Moorbirkenbestände, in denen Fichten und Kiefern eingemischt sind. Die Strauchschicht ist nur schwach ausgebildet und besteht vornehmlich aus Jungwuchs der genannten Baumarten sowie aus Faulbaum und Ohrweide. Vernässungen innerhalb der Moorbirkenwälder tragen Schnabelseggenrieder. Das einstige Moor ist durch  Torfstich gänzlich zerstört. Die sekundär entstandenen Moorbirkenbestände sind als Entwicklungsstadien der Moorregenerationzu betrachten und deshalb für den Naturschutz interessant. Es bleibt hierbei die weitere Entwicklung abzuwarten. Dabei sollte von menschlicher Seite nicht in die natürliche Sukzession eingegriffen werden, etwa durch Aufforstungen oder Verfüllungen. Eine Wiederherstellung früherer Wasserverhältnisse durch Andämmung von Entwässerungsgräben wäre jedoch wünschenswert.

 Landkreis        Wunsiedel, Naturraum      Selb-Wunsiedler Hochfläche

Datum 09.06.86

 

 
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